Kakaoanbau

Rohkakao: Superfood oder Gesundheitsrisiko?

Rohkakao: Superfood oder Gesundheitsrisiko?
Über den Sinn und Unsinn von den Begriffen Rohkakao und Rohschokolade haben wir uns bereits in einem anderen Beitrag ausgelassen. Fast noch wichtiger ist jedoch die Frage, ob Rohkakao wirklich so gesund ist oder vielleicht sogar ein Gesundheitsrisiko darstellt. Damit haben wir uns im Folgenden etwas genauer beschäftigt. 
 

Gesundheitliche Risiken von Rohkakao


Während der Fermentation entsteht Hitze, die wiederum das Wachstum von Bakterien fördert. Dies ist ausdrücklich erwünscht, da die involvierten Bakterien den Geschmack des Endprodukts – des Rohkakaos oder der Rohschokolade – entscheidend beeinflussen. Während der Herstellung von Industrieschokolade werden die Kakaobohnen deshalb sehr stark geröstet. Dies geschieht deshalb, weil bei zu geringen Temperaturen die mikrobielle Keimbelastung nicht ausreichend dezimiert werden kann. Und auch Craft-Schokoladenhersteller achten darauf, dass sie beim Rösten hohe Temperaturen erreichen, um gesundheitliche Risiken auszuschließen. Aber wie läuft das bei Rohkakao?
Tatsächlich ist diese Frage nicht so leicht zu beantworten. Denn während professionelle Hersteller wie Raaka Testverfahren anwenden um sich gezielt vor Mikroorganismen zu schützen, können kleinere Hersteller dies kaum leisten. Beim Einkauf von Rohkakao-Produkten solltet Ihr deshalb am besten nochmal bei den jeweiligen Herstellern recherchieren, welche Verfahren sie anwenden, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.
 
[caption id="attachment_5347" align="aligncenter" width="750"]Ist Rohkakao wirklich gesund? Ist Rohkakao wirklich gesund? ©Unsplash[/caption]
 

Rohschokolade = Superfood?


Hersteller wie Raaka nutzen ungeröstete Kakaobohnen um einen möglichst ursprünglichen Geschmack zu erzielen. Die meisten Schokoladenmarken zielen jedoch vor allem auf die angeblichen gesundheitlichen Vorteile und das damit verbundene Marketingpotential ab. Sie behaupten, dass durch die niedrigen Temperaturen mehr Nährstoffe erhalten werden können als beim traditionellen Herstellungsprozess.
Glaubt man den Rohkakaofans, enthält insbesondere Rohkakao Polyphenolen, die antioxidative Eigenschaften besitzen sollen. Diese sollen positiv für die menschliche Gesundheit sein, weil sie Zellschäden verzögern. Außerdem sollen Kakaobohnen entzündungshemmende Eigenschaften haben und das Diabetes-Risiko verringern. Insbesondere rohe Kakaobohnen enthalten – laut Befürworter – Magnesium, Kalzium, Eisen, Zink, Kupfer, Kalium und Mangan in hohen Mengen. Dafür, dass diese positiven ausschließlich bei Rohkakao vorkommen, gibt es wenig Belege in der Forschung.
Vielmehr gibt es Studien, die nahelegen, dass die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Kakaobohnen eben nicht durch die Röstung zerstört werden. So fanden Forschende der Pennsylvania State University heraus, dass je nach Rösttemperatur und Röstdauer die gesundheitlichen Vorteile von Kakaobohnen sogar verstärkt werden können. Diese und andere Studien lassen also vermuten, dass Schokoladen aus gerösteten Bohnen insgesamt sogar gesünder sind.
 
[caption id="attachment_5346" align="aligncenter" width="750"]Ungeröstet oder geröstet? Vor allem eine Frage des Geschmacks. Ungeröstet oder geröstet? Vor allem eine Frage des Geschmacks. ©Unsplash[/caption]
 

Schokolade in der Forschung


Ihr wollt gerne mehr über die gesundheitlichen Vorteile von Kakaobohnen und Schokolade erfahren? Wir haben bereits viel für Euch recherchiert. Hier also ein kurzer Überblick:
Dass Schokolade gegen Stress hilft, dürfte den meisten schon aufgefallen sein. Wissenschaftliche Begründungen dazu findet ihr hier. Ihr wollt abnehmen aber könnt auf Schokolade nicht verzichten. Warum ihr das auch gar nicht solltet, erfahrt ihr hier – eine Einschätzung von Bas Kast gibt’s außerdem hier. Ihr legt Wert auf eine Ballaststoffreiche Ernährung? Dann interessiert Euch vielleicht unser Beitrag zum Thema Ballaststoffe in Schokolade. Schokolade soll übrigens auch gegen Husten helfen. Was dran ist am leckeren Gerücht, erfahrt ihr hier. Und für alle Schokoliebhaber die Angst vorm Zahnarzt haben – an der Schokolade liegt’s vermutlich nicht.
 

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